Fachlicher Austausch über Zukunftsfragen
Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto und einer kurzen Vorstellung gaben Monika Riedle-Bauer und Christian Philipp einen Überblick über aktuelle Forschungsschwerpunkte und Projekte der verschiedenen Abteilungen des Hauses.
Aufgrund des agrarwissenschaftlichen Hintergrunds der Gäste entwickelte sich rasch eine intensive fachliche Diskussion. Im Mittelpunkt standen innovative Fragestellungen an der Schnittstelle von Landwirtschaft, Klimawandel, Pflanzengesundheit, Technologie und Wirtschaft.
Besprochen wurden unter anderem der Einsatz von Drohnen im Wein- und Obstbau, die Herausforderungen durch Phytoplasmosen wie die Goldgelbe Vergilbung, zunehmende Trockenheit und andere klimatische Stressfaktoren sowie die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen und Absatzprobleme im Weinbau.
Der Austausch zeigte deutlich, dass viele der zentralen Herausforderungen den Wein- und Obstbau in Österreich und Tschechien gleichermaßen betreffen und grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch daher von großer Bedeutung sind.
Einblick in die HBLA
Im Anschluss wurde der Delegation die HBLA für Wein- und Obstbau vorgestellt. Bei einem Rundgang durch die Schule erhielten die Gäste Einblicke in die Ausbildung der Schülerinnen und Schüler sowie in die Besonderheiten des österreichischen berufsbildenden höheren Schulwesens.
Besonders erläutert wurden die enge Verbindung von schulischer Ausbildung, Praxis und angewandter Forschung, die Stellung des landwirtschaftlichen Schulwesens sowie die gesetzlichen, organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen der Institution.
Moderne Analytik und Weinforschung
Ein weiterer Programmpunkt war die Besichtigung der Abteilung Chemie. Dabei wurden die vielfältigen Aufgaben in Forschung und amtlicher Tätigkeit vorgestellt. Die Gäste erhielten Einblicke in die moderne Aromaforschung, die Tätigkeit als staatliche Prüfstelle, die Sensorik sowie die Weinkontrolle und analytische Qualitätssicherung.
Aktuelle Forschungsarbeiten zeigten, wie klassische Weinanalytik mit moderner instrumenteller Analytik und anwendungsorientierter Forschung verbunden wird.
Forschungszentrum ZWO und Rebenzüchtung
Anschließend führte Dr. Monika Riedle-Bauer die Delegation durch das Zentrum für Wein- und Obstbau (ZWO) und gab Einblicke in die Forschungsinfrastruktur und laufenden Arbeiten.
Ferdinand Regner stellte aktuelle Entwicklungen in der Rebenzüchtung vor. Besonderes Interesse galt den neuen PIWI-Rebsorten und ihrer Bedeutung für einen nachhaltigeren Weinbau.
Von der Forschung in den Keller
Zum Abschluss wechselte die Delegation in die Kellerwirtschaft. Harald Scheiblhofer stellte die Einrichtungen vor und gab Einblicke in die praktische Weinbereitung sowie die dortige Versuchs- und Forschungstätigkeit.
Bei einer gemeinsamen Verkostung konnten die zuvor diskutierten Themen schließlich unmittelbar mit den Produkten und Forschungsarbeiten des Hauses verbunden werden. Gleichzeitig bot die Verkostung Gelegenheit, den fachlichen Austausch in ungezwungener Atmosphäre fortzusetzen.
Harald Scheiblhofer berichtete im Anschluss, die Gäste hätten sich mehrfach persönlich für das umfangreiche Programm bedankt und seien von den präsentierten Tätigkeiten und Einrichtungen besonders beeindruckt gewesen. Auch Monika Riedle-Bauer zog ein positives Resümee:
„Die waren begeistert von unseren Tätigkeiten, haben intensiv diskutiert und fanden das Haus und auch das ZWO sehr beeindruckend.“
Internationale Perspektiven für die Zukunft
Der Besuch von Prof. Dr. Petr Blížkovský und der tschechischen Delegation unterstrich eindrucksvoll das internationale Interesse an der besonderen Verbindung von Ausbildung, angewandter Forschung, amtlicher Tätigkeit und Praxis in Klosterneuburg.
Gleichzeitig bot der intensive Austausch die Möglichkeit, zentrale Zukunftsfragen des Wein- und Obstbaus aus einer europäischen und grenzüberschreitenden Perspektive zu betrachten. Klimawandel und Pflanzengesundheit, neue Technologien und nachhaltige Rebenzüchtung sowie wirtschaftliche Herausforderungen werden Österreich und Tschechien auch in Zukunft beschäftigen.
Der Besuch war damit nicht nur ein wertvoller fachlicher Austausch, sondern auch ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung internationaler Vernetzung und Zusammenarbeit.