Grundsätzlich werden Waschungen und Pasteurisation von Säften und Obst angewandt, um Produkte von Schimmelpilzen zu befreien.
In den letzten Jahren traten vermehrt Apfelsaftproduzenten an unser hausinternes Labor heran, mit der Thematik von schwimmenden weißen Fetzen im Apfelsaft.
Es waren hitzetolerante Pilze wie Byssochlamys, die durch die Pasteurisation aktiv geworden sind.
Eine Form des Verderbs, die durch hitzeresistente Ascosporen verursacht wird, ein Saprophyt, der sich leicht auf Nährböden kultivieren lässt und besonders gut auf sauren Fruchtsäften mit einem Zuckergehalt von 10 % wächst.
Byssochlamys ist nicht in der Lage, lebende Früchte anzugreifen, sondern zersetzt das Gewebe von faulenden oder konservierten Früchten und Säften unter der Bildung von Pektinase und Mycotoxinen. Das Vorhandensein des Pilzes in den verarbeiteten Fruchtprodukten ist auf die hohe Hitzebeständigkeit von 95°C der Ascosporen zurückzuführen.
Die Infektion der Fruchtprodukte beginnt meist durch befallene Früchte, kann jedoch über eine unsaubere Abfüllanlage oder Gebinde erfolgen.
In diesem Projekt sollen wissenschaftliche Grundlagen für Sanierungsprogramme im Freiland und in der Produktion geschaffen werden.
Diese Empfehlungen sollen Landwirte unterstützen Fruchtsäfte in hoher Qualität zu produzieren und den Befall der Obstplantagen mit Byssochlamys ein zu dämmen.